
Thema des Monats
Selbstmedikation zum Thema „Nase“
Wie immer auf unserer Seite erfolgt die Darstellung möglichst einfach, um auch Laien die Problematik verständlich zu machen. Wir bitten daher um Verständnis, wenn manche Sachverhalte sehr einfach und ohne die üblichen Fachausdrücke dargestellt werden.
„Schnupfen“ und seine Auswirkungen auf die Nasenschleimhaut: Natürlich gibt es mehrere verschiedene Schnupfenarten, erwähnt seien der allergische Schnupfen und der durch Viren ausgelöste Schnupfen (viraler Infekt). Im Folgenden wird nur auf den durch Viren hervorgerufenen Schnupfen eingegangen.
Besonders lästig sind der Niesreiz und die laufende Nase. Die Übertragung erfolgt in der Regel durch sogenannte „Tröpfcheninfektion“ (für Interessenten bitte ggf. im Internet nachforschen). Die Viren dringen in die Zellen der Schleimhaut ein und zwingen die Schleimhautzellen dazu den Virus selbst in Massen herzustellen bis die Zellen „platzen“ und Millionen weiterer Viren freigeben, die nun weitere Zellen infizieren. Dies führt zu einer explosionsartigen Vermehrung. Der Körper beginnt sich gegen die Infektion zu wehren – die Schleimhaut entzündet sich, produziert viel dünnflüssigen Schleim und reizt über einen Reflex zum Niesen. Eine Folge der Entzündung ist das Anschwellen der Schleimhaut (der erkrankte Mensch bekommt weniger Luft durch die Nase). Nach ca. einer Woche endet die Infektion. Der Virus ist „intelligent“ genug den eigenen Wirt
nicht weiter zu schädigen, da die Infektion inzwischen einige neue Opfer gefunden hat und die Infektionskette sich fortsetzt. Die Auswirkungen der Infektion sind gravierender, wenn die Schleimhaut der Lunge zusätzlich betroffen ist, da die Entzündung der Bronchialschleimhaut (= Bronchitis, „Husten“) meist viel länger zum Ausheilen benötigt. Kritisch können auch so genannte Mischinfektionen mit anderen Erregern (Bakterien) sein. Als Grundregel gilt: ein Schnupfen, der länger als gewöhnlich (ca. 7 Tage) dauert und viel stärker als gewöhnlich ist, oder mit Fieber einhergeht, kann Zeichen einer schwerer wiegenden Erkrankung sein und sollte von einem Arzt behandelt werden. Weiterhin sollte beachtet werden, dass es keine sinnvolle medikamentöse Therapie gegen die Schnupfenviren gibt. Nur die Symptome („zugeschwollene“ Nase,
Entzündung) kann man behandeln. Natürlich befindet sich der Virus nicht nur in den Schleimhäuten, sonders auch im ganzen Körper. Unser Körper und die Immunabwehr sind beschäftigt den Erreger loszuwerden - wir fühlen uns schlapp.
Folgen für die Schleimhaut:
a. Riechen wird beeinträchtigt: Da die Schleimhäute der Nase geschädigt, angeschwollen und mit Schleim bedeckt sind, ist natürlich unser Geruchsinn beeinträchtigt. Ebenfalls beeinträchtigt ist unser Geschmackempfinden, da der Geschmacksinn maßgeblich von unserem Geruchsempfinden beeinflusst wird.
b. wunde Nase: Gerade im äußeren Bereich entwickeln viele Menschen durch die Stoffe des Nasenschleimes in Verbindung mit häufigem Schneuzen eine wunde und empfindliche Haut.
sinnvolle Medikamente:
abschwellendes Nasenspray (z. B. mit Wirkstoff Xylometazolinhydrochlorid wie Olynth, Otriven u. a.). Die Blutgefäße der Schleimhaut werden verengt und die Schleimhaut schwillt ab – wir bekommen wieder Luft. Leider ist es so, dass diese Mangeldurchblutung auf Dauer die Schleimproduktion verringert. Es kann es bei einer längeren Verwendung dazu kommen, dass die Nasenschleimhaut regelrecht austrocknet. Abschwellende Nasensprays sollten nicht länger angewendet werden wie die Erkrankung dauert, also nicht mehr wie 7 bis 10 Tage maximal.
Ausspülen des Schleimes und der Erreger mit Salzlösung z. B. mit Hilfe so genannter Nasenduschen oder Salzsprays. Ob in der Anfangsphase des Schnupfens ein Durch- oder Ausspülen der Nase sinnvoll ist oder Erleichterung verschafft, soll jeder für sich selbst entscheiden. In der Endphase des Schnupfens, die mit sehr zähem und lästigem Schleim einhergeht, kann diese Therapie durchaus hilfreich sein.
Bekämpfen der Entzündungsreaktion mit z. B. Aspirin oder anderen entzündungshemmenden Mitteln. Entzündungshemmende Stoffe können das sehr lästige Anschwellen der Schleimhaut lindern.
Linderung der wunden Nase mit neutralen oder die Wundheilung fördernden Salben. Hier gibt es eine breite Palette hilfreicher Salben. Ihre Apotheke berät Sie sicher gerne.
Anwendung anderer Medikamente. Es gibt eine breite Palette weiterer Medikamente, die die Erkältung bekämpfen oder die Symptome lindern sollen. Viele davon sind sinnlos oder sogar einfach wirkungslos. Fragen Sie einfach nach – wir beraten Sie gerne oder erklären die Vor- und Nachteile dieser Medikamente!
Ein Tipp noch: bei einem sehr zähflüssigen Schleim, der besonders in der Endphase des Schnupfens auftritt kann alleine eine vermehrte Flüssigkeitszufuhr (Trinken von Tees, oder einfach nur Wasser) Erleichterung verschaffen.